Wut und Zorn

Hat eine Mutter einmal viele Babys, sagen wir drei oder vier, kann das Gerangel um die Zitzen schon mal Überhand nehmen, insbesondere wenn die Mutter nicht viel Milch hat. (Chinchillas haben sechs Zitzen und man sollte eigentlich meinen, daß die ausreichen.) Dann bekämpfen sich die hungrigen Kleinen schon mal, wobei sie sich senkrecht auf die Hinterbeine richten, mit den Zähnen drohen und versuchen, ihren Mitstreiter niederzuwerfen: alles in allem ein Ringkampf der Winzlinge, bei dem aber niemand verletzt wird.

Bei solchen Familienfehden kann die Chinchillamutter richtig sauer werden. Sie reagiert dann mit einem lauten schnarrenden Geräusch, das ein bißchen wie Knurren klingt. Nicht selten richtet sie sich hierbei auf die Hinterbeine und bespritzt die zankenden Babys mit Urin um sie wieder auseinander zu treiben.

Diese Abwehr- und Drohgebärden benutzen übrigens auch die ausgewachsenen Tiere untereinander, wenn sie sich zu sehr bedroht fühlen. Ein scheues und ängstliches Chinchilla reagiert ebenfalls mit Urinspritzen, wenn sich ihm eine Menschenhand zu sehr nähert.

Ein "Ehekrach"
Trotz aller Liebe zum Tier, steht man - aufgrund der engen Käfighaltung - als Tierhalter stets vor der Herausforderung, seine Tiere artgerecht zu halten. Oftmals sitzen Heimtiere beinahe ihr ganzes Leben lang eingesperrt im Käfig. Um das Gewissen zu besänftigen, ist man bestrebt, seinen Lieblingen ein möglichst angenehmes Dasein zu ermöglichen, was durch viel Zuneigung und vor allen Dingen durch viel freien Auslauf gewährleistet werden kann, so daß sich die Tiere dennoch sehr wohlfühlen können.

Somit bleibt es nicht aus, daß Chinchillas sich in ihrem Käfig schon mal auf den Geist gehen und miteinander zanken. Schließlich haben sie im Käfig nur begrenzt die Möglichkeit, sich aus dem Wege zu gehen oder mal für sich alleine zu sein. Da Chinchillas aber im allgemeinen sehr friedliebende Tiere sind, kommt es zum Glück nur selten zu Zankereien.

In dem folgenden Beispiel geht es um einen "Ehekrach", bei dem das Weibchen grantig in einem Laufgang sitzt und von dem Männchen belästigt und durch sein Zähneklappern provoziert wird (knurren.wav). (Das leise "ratternde" Geräusch im Hintergrund ist das Zähneklappern des Männchens - besonders deutlich nach dem lauten Kreischen zu Hören. Wie bereits oben beschrieben, bekommt das Männchen in diesem Moment eine Ladung Urin ins Gesicht gespritzt.)

Das Männchen gibt jedoch so schnell nicht auf und springt plötzlich mit einem Satz auf das fauchende Weibchen zu, woraufhin eine lebhafte Jagd durch den Käfug beginnt. ((Käfigjagd.wav) Dabei springen beide Tiere mit voller Kraft gegen das Käfiggitter um blitzartig die Laufrichtung zu wechseln.)

Zähneklappern
Wenn ein Chinchilla von einem Artgenossen arg belästigt wird und sich auf die Hinterbeine stellt und dabei knurrt, klappert es häufig mit den Zähnen um dem anderen zu drohen.

Aber auch in anderen Situationen macht es Geräusche mit seinen Zähnen: z.B. sitzt es nach einer Mahlzeit oft still im Käfig und knirscht mit den Zähnen. Mir kommt das immer wie eine Art Zahnpflege vor.


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